Philippinen

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Taifun Haiyan und seine Folgen

Der Inselstaat mit fast 100 Millionen Einwohnern hat vor allem in den letzten Jahren mit einer Anhäufung von tragischen Naturkatastrophen zu kämpfen. Die Bevölkerung wird, nach Verbesserung um die Jahrtausendwende, nun stetig ärmer. Am 8. November 2013 traf einer der stärksten je gemessenen tropischen Wirbelstürme, Taifun Haiyan, mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300km/h auf die Inselgruppe der Philippinen und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Die Bilanz der Katastrophe waren neben vielen Todesopfern und Verletzen etwa 16 Millionen betroffene Menschen in 44 Provinzen der Philippinen – davon mussten ca. 4 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen.

Habitat for Humanity entwickelte in enger Zusammenarbeit mit den philippinischen Behörden sowie lokalen Partnern einen Wiederaufbauplan mit einer Vielzahl von Programmen: Schulungen, Bildung und Unterstützung beim Existenzaufbau der Familien. Der Wiederaufbau beinhaltet auch eine Regelung der teils komplexen Landrechte sowie Verträge mit den Kommunen und lokalen Stakeholdern.

Im Rahmen dieses Wiederaufbauplans war es möglich ein Wiederaufbauprojekt von mehr als 800 Hauseinheiten auf Bantayan und in der Region Cebu zu realisieren. Dieses Projekt kam im Dezember 2017 zum Abschluss.

 

 


Die Geschichte von Berna Mateo

Taifun Haiyan traf eine Familie aus Tacloban mit voller Wucht


Berna Mateo hat überlebt. Doch sie hat durch die zerstörerische Kraft von Taifun Haiyan ihren Mann sowie ihren ältesten Sohn verloren. Beide kamen ums Leben. Bernas Haus wurde vollkommen zerstört. Es stand in Tacloban, also in jener Stadt, die zum Symbol-Ort der Katastrophe geworden ist – denn hier haben die meisten Menschen ihr Leben verloren.

Auch wenn sie die tatsächlichen Ausmaße nicht vorhersehen konnte – dass ein Sturm kommen wird, wusste Berna natürlich. So hatten Berna und ihre Kinder am Tag der Katastrophe ihr Haus verlassen, um sich in einem Evakuierungszentrum in Sicherheit zu bringen. Nur ihr Mann und zwei der Söhne, der älteste und der jüngste, blieben daheim – sie wollten das Haus nicht verlassen.

„Plötzlich kam eine Sturmwelle auf uns zu, das Wasser ist wahnsinnig schnell gestiegen“, sagt Aaron, der Jüngste. „Mein Bruder und ich haben versucht über Wasser zu bleiben, als uns die Flut davongetragen hat. Wir konnten uns an einem Mangobaum festhalten, bis der Sturm vorübergezogen ist. Doch als das Wasser zurückgegangen ist, habe ich bemerkt, dass mein Bruder davongespült war. Und mein Papa…  Ich weiß nicht, warum wir ihn nicht davon überzeugen konnten, das Haus zu verlassen.“

 

„Wo sollen wir nur anfangen?“

Auch im Evakuierungszentrum – einem Schulgebäude – kämpften Berna und ihre Familie um ihr Leben: „Das Dach der Schule flog davon. Wir kauerten uns alle zusammen, dann hörten wir Schreie. Wir sahen das Wasser auf uns zukommen. Es stieg so schnell, dass wir die Decke durchbrechen mussten, um in den zweiten Stock zu gelangen“, berichtet Berna.  Als der Sturm sich gelegt hatte, habe niemand gewusst, was er tun solle. „Wo sollen wir nur anfangen? Was werden wir finden? Wie sollen wir uns fühlen?“ Als Berna erfuhr, dass sie ihren Mann und ihren Sohn verloren hatte, war der Schmerz kaum erträglich: „Ich wünschte, dass ich statt meines Sohnes gestorben wäre.“

Ohne ein Dach über dem Kopf wurden Berna, Aaron und ein weiterer Sohn mit seiner Familie nach Tacloban in eine Zeltstadt gebracht. Sie lebten dort acht lange Monate zusammengepfercht in einem kleinen Zelt. Anschließend wurden sie in eine Übergangsunterkunft verlegt. Dort wohnten sie weitere zehn Monate direkt neben der Baustelle „Kawayanville“, wo Habitat for Humanity neue Häuser für betroffene Familien entstehen ließ.

Das neue Haus von Habitat for Humanity ist sturmsicher

„Plötzlich haben wir erfahren, dass wir für ein neues Haus ausgewählt wurden. Diese tolle Neuigkeit hat uns wieder Hoffnung gegeben“, sagt Berna. Das Haus ist sturmsicher; Dach und Wände halten Windstärken von bis zu 270 km/h aus. Zudem ist es geräumiger, so dass die Familie ein kleines Geschäft aufbauen und Freunde und Nachbarn willkommen heißen kann. „Es ist wunderschön”, sagt Berna. „Das Haus wird uns helfen, ein neues Leben zu beginnen.“

Berna beginnt zu weinen, als sie an ihren Mann und ihren Sohn denkt: „Ich weiß, dass sie uns von oben beobachten und dass sie sich mit uns freuen. Mein Sohn hat immer von einem besseren Heim geträumt. Ich stelle mir vor, wie sie lachen und glücklich sind. Darüber, dass wir überlebt haben.“

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